La Dame Blanche – Meet the cast | Marie Julius

Heidrun Eberl im Gespräch mit Marie Julius, Regieassistenz

Wofür bist du als Regieassistentin bei dieser Produktion zuständig?

„Ich bin Mädchen für – fast – alles! Ich mache mit Claudia, der Regisseurin, die Probenpläne, schreibe Regiebuch, notiere also jegliche Regieanweisungen bis ins kleinsten Detail (z.B. Blickrichtungen), kaufe und koche Kaffee, bin als erste und als letzte am Probenort, um morgens die Bühne für die jeweilige Szene einzurichten und abends aufzuräumen, ich bringe Markierungen fürs Bühnenbild an, halte der Regisseurin soweit es geht den Rücken frei, bin Ansprechpartnerin für die Solisten, das Orgateam und das künstlerische Leitungsteam und bemühe mich darum, dass es allen gut geht.“

Wie bist zu zur Jungen Oper Rhein-Main gekommen?

„In den letzten Semesterferien habe ich bei einer studentischen Produktion in Weimar die Regieassistenz übernommen und es hat mir so einen Spaß gemacht, dass ich Lust auf mehr hatte. Und als Pontus, unser musikalischer Leiter, der ja auch in Weimar studiert, gefragt hat, was ich im Sommer vorhätte, habe ich die Möglichkeit ergriffen, gleich weiter zu machen und Teil dieses Projekts zu werden.“

Du studierst momentan Musikwissenschaft. Wäre die Wissenschaft auch etwas für dich, oder zieht es dich eher in die Theaterpraxis?

„Mich zieht es eher in die Theaterpraxis, weil ich es mag, dass auf der Opernbühne Geschichten so vieldimensional zum Leben erwachen. Es gefällt mir, Charaktere zu gestalten und Rollen zu finden. Und während man in der musikwissenschaftlichen Studierstube sich oft hauptsächlich mit der Partitur beschäftigt, kommen erst in der Aufführung alle drei Ebenen des Musiktheaters richtig zusammen, der Text, die Musik und die Szene. Es ist schön, daran teilzuhaben und mitten drin zu sein. Die Art zu arbeiten ist am Theater kreativer, als wenn ich nur wissenschaftlich arbeiten würde, und das liegt mir mehr – aber trotzdem mag ich beides!“

REGIEASSISTENZ | MARIE JULIUS