Bretter, die die Welt Bedeuten // Eine Operngala mit der Jungen Oper Rhein-Main

Bretter, die die Welt Bedeuten // Eine Operngala mit der Jungen Oper Rhein-Main

„OPERNGALA? WAS MACHT IHR DA EIGENTLICH?“

Ein Kurzinterview mit der Regisseurin Manuela Strack und dem musikalischen Leiter der Jungen Oper Rhein-Main, Clemens Mohr, über die bevorstehende Premiere der inszenierten Operngala „Bretter, die die Welt bedeuten“.

Wie kamt ihr denn auf diesen klangvollen Titel für die Operngala?

Manuela: „Bretter, die die Welt bedeuten“ ist ein Zitat aus Schillers Gedicht „An die Freunde“ und ist eine poetische Beschreibung des Begriffs „Bühne“. Darin schwingt mit, welche Tragweite das darauf Dargebotene seit je her haben kann. In unserer inszenierten Gala mit einem Querschnitt an Arien, Duetten und Ensembles aus verschiedenen Opern und Operetten geht es um die Bedeutung, welche die Bühne für uns als Musiker und Kulturschaffende hat und darum, wie und was wir darauf eigentlich vorführen und inszenieren- und nicht zuletzt auch um die Frage, wie das Publikum damit umgeht.“

Also quasi ein Selbst-Experiment?

Manuela: „So könnte man es vielleicht auch nennen. Eher aber noch eine kleine Karikatur des Künstlerwesens. Wir nehmen uns selbst mal nicht so ernst.“

Das klingt nach einer humorvollen Herangehensweise.

Manuela: „Durchaus. Wir haben nicht zufällig einige Anspielungen auf Loriot eingefügt. Loriot war ja ein Meister der Beobachtung von Alltagssituationen. Die Komik, beispielsweise seiner Filme, liegt darin, dass dort das Alltägliche überspitzt und ironisiert wird. Auch wir geben uns selbstironisch und spielen uns dabei auch ein bisschen selbst.“

Clemens, zum ersten Mal stehst Du nicht im Orchestergraben am Dirigentenpult, sondern auf der Bühne. Was ist dabei anders für Dich?

Clemens: „Ja, mein Schauspiel-Debüt… Das ist wirklich eine Art Selbst-Experiment (lacht). Ich habe große Freude daran, mit den singenden Kollegen mal die Bühne zu teilen und (in meiner Rolle) auch hin und wieder nach Herzenslust mit ihnen zu streiten. So anders sind die Tätigkeiten im Grunde gar nicht: Dirigieren bedeutet ja auch, etwas darzustellen. Aber im Ernst: Was Opernsänger in komplizierten Inszenierungen manchmal leisten müssen, ist dagegen Hochleistungssport für Stimme, Körper und Gehirn! Auf der Bühne zu agieren und dabei möglichst immer in perfektem Timing mit Dirigent und Orchester zusammen zu singen, das kann man sich so vorstellen, als müsse man auf dem Einrad im Dunkeln Serpentinen fahren und dabei Geige spielen – oder zu Marschmusik Walzer tanzen und dabei den Erlkönig aufsagen! Manchmal vergessen wir Dirigenten das und sind ein bisschen zu ungeduldig… Das wird bei mir jetzt nicht mehr vorkommen!“

Wie erlebst Du die musikalische Arbeit mit den Sängern?

Clemens: „Das sind alles so wundervolle Kollegen! Ganz oft haben wir uns musikalisch von vornherein so gut verstanden, dass wir gar nicht viel proben mussten. Wir kennen uns ja auch alle sehr gut. Alle haben in den vergangenen Jahren in einer unserer großen Produktionen eine Partie (oder mehrere) gesungen. Die Probenarbeit fühlte sich ein bisschen wie Klassentreffen an – im besten Sinne. Wir sind alle sehr vertraut miteinander und ich denke, das man das auch auf der Bühne merken wird.“

Bretter, die die Welt bedeuten
Operngala mit der Jungen Oper Rhein-Main

15. Oktober 2016 / 19:30 Uhr / Comoedienhaus Wilhelmsbad

16. Oktober 2016 / 19:30 Uhr / Bürgersaal Raunheim

21. Oktober 2016 / 19:30 Uhr Zeughaussaal / Bad Berka

22. Oktober 2016 / 19:30 Uhr Blechbüchse Zinnowitz / Vorpommersche Landesbühne
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01. April 2017 / Vorpommersche Landesbühne / BartherBoddenBühne